Ist „sinnerfüllt“ das neue „glücklich“?

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Vor einiger Zeit habe ich dir hier von einem Artikel aus dem Gehirn & Geist Magazin (welches ich übrigens nur wärmstens weiterempfehlen kann!) berichtet, in dem es darum ging, wie man – vereinfacht gesprochen – das Glück findet (Stichwort „Serendipität“).

Ein Thema, welches mir in letzter Zeit immer wieder über den Weg läuft. „Das große Glück zu finden“ und dieses dann (wenn man Glück hat! 🙂 ) auch noch dauerhaft zu behalten – wer wünscht sich das schließlich nicht.

Nun berichten aber immer wieder Menschen darüber, dass bei ihnen im Grunde „eh“ alles gut läuft – sie haben einen guten Job, Familie, können sich schöne Urlaube leisten und hin und wieder mal ein neues Auto, Fahrrad oder gern auch ein Kajak (warum auch nicht – ist ein ganz wunderbarer Sport 🙂 ). Also eigentlich (übrigens eines meiner Lieblings-UN-Wörter!) haben sie doch allen Grund zum glücklich sein.

Aber.. (natürlich kommt das jetzt.. war ja zu erwarten!) ..vielen gut situierten, erfolgreichen und „eigentlich ganz glücklichen“ Menschen fehlt dann trotzdem irgendwas im Leben. Was das ist? Kennst du es auch?

Es fehlt der Sinn.

Gesehen in einem Garten in Obermillstatt.

Zahlreiche Menschen in der westlichen Welt empfinden ihr Leben heutzutage als wenig sinnerfüllt. Der Arbeitsplatz ist sicher und bringt genug Einkommen – das Herz macht beim Gedanken an den nächsten Arbeitstag allerdings keine allzu großen Sprünge. Die Kinder sind versorgt und gedeihen prächtig – bald schon aber werden sie das Nest verlassen und vielleicht noch 1x im Monat telefonisch nach einer Taschengelderhöhung fragen. Das neue Auto fährt sich ausgezeichnet (und hin und wieder auch ein wenig über dem erlaubten Speedlimit) – aber nach 3 Wochen kontinuierlicher Umweltverschmutzung durch tägliches „einfach mal drauflosfahren“ ist dann doch ein wenig die Luft raus. Spätestens dann fangen wir an uns zu fragen, wie wir unserem Dasein denn dann vielleicht doch ein wenig mehr Bedeutung geben können.

Vielleicht hast auch du dir diese Frage auch schon einmal gestellt.

Vorab: keine Sorge, mit dieser Fragestellung haben sich tatsächlich schon PhilosophInnen, KünstlerInnen, TheologInnen, und viele schlaue Menschen mehr, seit quasi Anbeginn der Zeit beschäftigt. Und auch in unserer heutigen Gesellschaft, vor allem hier in der 1. Welt, bist du mit dieser Gedankenübung ganz bestimmt nicht alleine.

In der aktuellen Gehirn & Geist Ausgabe lese ich nun: den EINEN Sinn, der für alle von uns gleichermaßen gültig ist, gibt es auf jeden Fall erstmal nicht. Vielmehr ist unser Sinnempfinden von mehreren Faktoren abhängig. Tatjana Schell – Professorin an der Universität Innsbruck, an der ein eigenes Institut angesiedelt ist, welches sich mit der Erforschung der Sinnfrage beschäftigt, definierte auf Basis zahlreicher Interviews 26 Quellen des Lebenssinns, die unterschiedlichen Dimensionen (wie zB. Selbstverwirklichung, Wir- und Wohlgefühl, etc. – siehe Bild) zugewiesen sind.

Quelle: Gehirn&Geist, nach: Tatjana Schell, www.sinnforschung.org/mein-lebenssinn/26-lebensbedeutungen

 

Nun komme es auf die richtige Kombination verschiedener Sinnquellen aus möglichst vielen unterschiedlichen Dimensionen an.

Heisst also: mit dem Erlangen persönlicher Freiheit und dem richtigen Maß an Individualismus ist es dann leider doch noch nicht ganz getan: auch Spiritualität, Tradition, soziales Engagement und/oder Naturverbundenheit sowie viele weitere Faktoren mehr, spielen eine nicht unwesentliche Rolle bei der Bedeutsamkeit unseres Lebens.

Ein netter Nebeneffekt, den dies allerdings mit sich bringt: sind wir auch für andere da, kümmern uns um Umweltschutz, haben eine erfüllten Job oder eine sinnstiftende Aufgabe, drehen sich unsere Gedanken nicht permanent um uns selbst.

Außerdem: Sinnorientierung schlägt sich zumeist auch in unserem Konsumverhalten nieder: ist Sinnerfülltheit für mich wichtig, interessiere ich mich in der Regel eher für neue Erfahrungen, wie beispielsweise einen Konzertbesuch oder einen Kurzurlaub, anstatt für materielle Güter wie ein neues Auto oder eine teure Halskette.

Hm, wie sieht das bei mir aus, hab ich mich jetzt wieder im Urlaub gefragt? Ich liebe neue Erfahrungen, wie z.B. Inspirationen aus fernen Ländern, wie z.B. im Dezember 2016 in Costa Rica. Nachdem ich die Fliegerei allerdings ziemlich satt habe, verbringe ich meinen Sommerurlaub lieber im schönen Österreich, meist an meinem geliebten Attersee bzw. am Millstättersee, wo auch das Naturerleben, verbunden mit viel Bewegung (u.a. morgendliches und abendliches Schwimmen; Wandern, ev. verbunden mit Schwammerl finden, etc.),  eine große Rolle spielt, nebst gutem Essen und feinem Wein bzw. einem leckeren Bierchen, idealerweise ab und zu mit Family & Friends. 

Attersee: meine Lieblingsbadestelle in Nußdorf

Blick vom Hochlecken auf den Attersee

Und manchmal schaffen wir’s nicht auf den Berg, da diese wunderbaren Schwammerl herumstehen…

Blick auf den Millstättersee von der Alexanderhütte

Abendstimmung am Millstättersee

Und letzte Woche durfte ich mich jeden Abend über sensationelle Gitarrenkonzerte mit Künstlerinnen von Weltrang begeistern, deren schon fast überirdische Klänge immer noch nachhallen. Und zudem bewusste Konzentration bei Meditationen am Bach mit kleinem Wasserfall. Welch reiche Erfahrungen! Dabei fülle ich auch meine Ressourcen auf, wie ich auch hier schon mal beschrieben und mit einigen feinen Fotos illustriert habe. Und diese Entschleunigung tut gut; ab und zu mal Offline sein. Das regt übrigens auch die Kreativität an, und ich bin überzeugt, dass dies bei weitem mehr zu geistiger und körperlicher Gesundheit beiträgt als ständige Shoppingtouren. 🙂 

Und hin und wieder arbeite ich im Urlaub auch. Warum? Nicht nur, weil auch ich Rechnungen und Steuern zu bezahlen habe, sondern weil meine Arbeit für mich einfach sinnstiftend ist und ich sie unglaublich gerne mache. Wie schon öfter mal erwähnt, habe ich sicherlich meinen Traumjob, den ich gegen keinen anderen eintauschen möchte. Ich unterstütze nach wie vor mit großer Begeisterung andere Menschen, sich persönlich und professionell weiterzuentwickeln, und ich freue mich immer riesig mit meinen TeilnehmerInnen, wenn diese mir – manchmal auch noch viel später – rückmelden, welche Erfolge und Freude sie selbst erleben durften, z.B. bei der Umsetzung der Learnings von Train-the-Trainer Seminaren oder Moderationstrainings.

Ganz generell komme ich mir unglaublich privilegiert vor, und bin mehr als dankbar, mit so engagierten, kreativen und offenen Menschen – auch international – mit verschiedenen Kulturen arbeiten zu dürfen, ein privates und berufliches Umfeld zu haben, in dem das möglich ist, also insgesamt ein so „reiches“ (nicht im materiellen Sinne) Leben führen zu dürfen. Dies war mir zwar schon immer irgendwie bewusst, aber nach 2 überstandenen, schweren Krankheiten schätze ich das umso mehr. Was ich dabei zusätzlich gelernt habe ist die enorme Bedeutung von Mentalarbeit und eines positiven Mindsets, welches ich auch in meinen Trainings als DIE Basis für erfolgreiches und freudvolles Tun hervorhebe, und dem auch in meinem Buch ein eigenes Kapitel gewidmet ist.

Ist dies also der ultimative Weg zum Glücklichsein? Ein Leben zu führen, das sinnerfüllt und von Bedeutung ist, das einfach nur Freude & Frohsinn beschert? Wie siehst du das? Hast du dich auch schon mit dem Gedanken nach einem sinnerfüllten Leben beschäftigt? Kannst du dich in den 26 Sinnquellen wiederfinden?

Hinterlasse mir hier einen Kommentar und gewinne eine englische Ausgabe meines Buches „Blossoming Workshops and Seminars Guaranteed to Succeed“ Im Wert von 29,99 EUR! (ich freu mich so über das neue Buch, dass ich gleich noch ein Gewinnspiel nachschieße 😉 ).

Ich wünsche dir noch einen wunderschönen, sinnerfüllten Rest-Sommer!!

Liebe Grüße, Birgit

 

 

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